23.03.2017

Biografien der Moderne: SUMET JUMSAI IN THAILAND

Biografien der Moderne ist eine Veranstaltungsreihe von ski stadtkultur international ev im CLB Berlin, konzipiert von Moritz Henning mit Dr. Eduard Kögel.

Teil 3 der Reihe:
Sandra Bartoli und Silvan Linden berichten über den thailändischen Architekten Sumet Jumsai

Sumet Jumsai ist einer der bedeutendsten Architekten Thailands. Weniger bekannt ist seine Arbeit als Maler und Theoretiker. 1939 in Bangkok geboren, wuchs er in den 50er Jahren in Paris auf und studierte Architektur in Cambridge unter der Betreuung von Colin Rowe. Unter diesen biographischen Voraussetzungen bildete seine Hingabe an das siamesische Kulturerbe zusammen mit einem starken Interesse an der europäischen Nachkriegsmoderne die fast schizophrene Basis für seine Suche nach einer eigenen Identität. Seine komplexe und vielfältige Baupraxis ist paradigmatisch für 40 Jahre Architekturgeschichte in Bangkok und darüber hinaus. Doch eine ganze Reihe seiner Gebäude sind derzeit vom Abriss bedroht, einige bereits verloren.

In Folge einer Untersuchung über südostasiatische Architektur haben Sandra Bartoli und Silvan Linden den Architekten Sumet Jumsai 2013 in Cambridge und 2014 in Bangkok interviewt und fast alle seiner Gebäude in Bangkok dokumentiert.

Das ehemalige British Council und Jumsais eigenes Wohnhaus wurden Gegenstand von zwei Veröffentlichungen in der von Bartoli und Linden herausgegebenen Reihe AG Architektur in Gebrauch.

Nach dem Vortrag ist Zeit für Gespräche und Getränke. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen!

ZUR REIHE:

Die Moderne wird gemeinhin als im Westen verortet wahrgenommen. Aber auch in anderen Teilen der Welt kamen Mitte des 20. Jahrhunderts neue Gestaltungsideen auf, die Diskurse auslösten und Traditionen oder koloniales Erbe in neue Zusammenhänge stellten.

Die Reihe „Biografien der Moderne“ spürt in Süd- und Südostasien Leben und Werk prägender Architekten nach und fokussiert dabei auf die fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Wie in Europa war diese Zeit auch vielerorts in Asien von einer gesellschaftlichen Aufbruchstimmung geprägt, die sich in Architektur und Stadtgestaltung lesen lässt. Darin spiegeln sich nicht nur individuelles Interesse und Können ihrer Architekten wider, sondern ebenso fachliche Netzwerke, politische Verhältnisse, gesellschaftliche Bedingungen oder technische Errungenschaften.

Bis heute finden sich Bauten dieser Epoche in den Städten Asiens, die jedoch von der wirtschaftlichen Dynamik Asiens und einer Neudefinition kultureller Identität bedroht sind. Vor diesem Hintergrund wird auch die aktuelle Rezeption dieses baulichen Erbes Gegenstand der Diskussion sein.

Die nächste Veranstaltung:

Donnerstag, 20. April 2017, 19.30 Uhr
Konrad Braum berichtet über William S. W. Lim in Singapur

Dates

23.03.2017

Venue

Organizer